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Das Lehren und Lernen der Pferde

So fängt es an:
Selbst ein schlechter Schüler, kann ich dem Ehrgeiz gut widerstehen, Schüler (ob mit zwei oder vier Beinen) durch ein Schulsystem zu boxen und dabei möglichst ein Ziel weit „oben“ im Auge zu haben. Mein Ziel ist es, das alle Schüler (und hier darf man Kinder und Tiere durchaus gleichsetzen) das Schulsystem absolvieren und dabei lernen, was möglich ist ohne sich selbst aufzugeben, sich zu entwickeln und bestens motiviert die Grundlagen für weiterführendes Wissen zu erwerben. Mir waren Schulsysteme und Lehr-/Lernreformen suspekt, welche auf mehr Lernstoff in kürzerer Zeit setzten. So ist es kaum verwunderlich, wenn ich beim Ausbilden den Pferden in erster Linie Zeit zugestehe. Zeit zum Wachsen - und zwar in körperlicher und in geistiger Hinsicht.

Ich habe - neben dem täglichen Umgang mit den Pferden und der Beobachtung von vielen Mensch/Pferd-Paaren - viel gelesen in den letzten Jahren um mich bezüglich der Ausbildung von Pferden weiter zu bilden. Ich bedaure keine Zeile (na gut – ein paar schon) und kann nur jedem empfehlen, sich breit mit der Thematik auseinander zu setzen. Du wirst überrascht sein, wie vielfältig die Welt der Pferdeausbildung ist, wie viele Möglichkeiten sie bietet und welch wunderbare Ergebnisse man erzielen kann. Die Schattenseiten sind ebenso ergiebig.

1. Theorie - Lesen bildet, Beobachten auch


Und so geht es weiter:
Im Umgang mit dem Pferd werde ich – wie tausende andere auch - täglich mit der Tatsache konfrontiert, dass die lieben Tiere nicht unsere Sprache sprechen und eine Kommunikation in der Regel nur unter erheblichen Verlusten von Inhalten möglich ist oder gleich ein Niveau erreicht, wo es schwer wird, Sachverhalte zu erläutern. Sprich: komplexe Darstellungen, Wünsche, Anliegen, Lerninhalte, Abfragen usw. gestalten sich stets schwierig. Das ist bekanntermaßen ein großes Problem bei z. B. Krankheitsfällen oder Verletzungen der Pferde, da eine Diagnose ohne eindeutige Resonanz und Schilderung des Patienten sehr mühsam und auch enorm fehlerträchtig ist. Ebenso mühsam und fehlerträchtig, wenn auch nicht gleich immer gefährlich für das Pferd oder seinen Menschen ist dadurch auch das Unterrichten eines Pferdes.
Um dieser Aufgabenstellung etwas weiter auf den Grund zu gehen, habe ich mich mit den Grundlagen, Möglichkeiten und Methoden beschäftigt, einem Pferd etwas beizubringen. Um es vorwegzunehmen: Das Thema ist viel umfangreicher geworden als gedacht und manchmal auch richtig kompliziert. Aber – und das schreibe ich nicht nur um den geneigten Leser bei der Stange zu halten – das Thema streift mehr oder weniger jedes Verhalten zwischen Tier und Mensch und ist Basiswissen, dem man sich in jedem Fall stellen sollte.
Da jeder Kontakt mit Pferden in meinen Augen auch immer „Ausbildung“ im weitesten Sinne bedeutet, sind die Inhalte auch für Pferdeleute interessant, die sich nicht tiefer mit Ausbildung beschäftigen möchten.
Ich möchte sagen, dass ich hier als Mensch schreibe und mich nicht davon freimachen kann, eigene Erlebnisse mit einfließen zu lassen. Bei jedem Satz sehe ich Bilder meines Lebens vor mir, strömen Beispiele durch meinen Kopf, treffe ich alte Bekannte wieder. Man nennt das schlicht „subjektiv“. Ich nenne es Erfahrung und versuche dennoch neutral zu schreiben, damit die Erfahrung auch anderen nützen kann. Ich versuche im Folgenden die einzelnen Bausteine, welche es uns als Mensch ermöglichen, dem Pferd etwas beizubringen, separiert dazustellen. Da sie während der Ausbildung meist gehäuft und in verschiedensten Kombinationen vorkommen/genutzt werden, ist zu beachten, dass Wechselwirkungen (Interaktionen, Korrelationen) nicht ausgeschlossen sind. Ganz im Gegenteil!
Wichtig ist mir, klar zu stellen, dass keine Methode gänzlich falsch ist und auch keine gänzlich richtig. Es ist stets der Anwender, welcher die Verantwortung trägt für den Nutzen oder den Schaden, welchen er mit einer Methode oder einer entsprechenden Kombination bei seinem Schüler anrichtet. Jedes Pferd / Mensch Paar braucht einen anderen Ansatz, andere Methoden, andere Zeitintervalle, andere Voraussetzungen. Richtig oder falsch ist nicht immer einfach zu klären.
Einfach falsch ist aber sicher, wenn einem die einzig wahre Methode für alle Fälle versprochen wird. Da ist per se etwas nicht in Ordnung…

2. Die innere Einstellung - wer willst Du sein für Dein Pferd?
3. Wer ist mein Pferd?- Die Antwort auf diese Frage steht vor der Ausbildung (wie auch die 4.)
4. Wohin geht die Reise? - Für welchen Zweck, wenn es denn einen speziellen gibt, ist das Pferd gedacht?
5. Voraussetzungen für erfolgreiche Ausbildung - vier Punkte für den Ausbildungsalltag
6. Kommunikation oder: „Wie sag ich‘s meinem Pferd?“
7. Verhaltenslehre und Verhaltenstraining - so viele Möglichkeiten zum Lehren und Lernen
8. Die Zeit - ein Faktor der sich hinzieht
9. Ich mache mir einen Plan - der rote Faden für mich und mein Pferd
10. Unsere Trainingshindernisse

ausbildung_fuer_den_mensch.txt · Zuletzt geändert: 2019/02/15 10:59 von andreasweingarten